Von der Auswilderung eines Igelpaares bis zur Entdeckung einer kleinen Igelfamilie
2026
Im Frühjahr durften wir ein Igelpaar zur Auswilderung in unserem Klostergarten aufnehmen. Ziel war es, den beiden Tieren die Möglichkeit zu geben, sich in einer geschützten Umgebung an ihr neues Zuhause zu gewöhnen, bevor sie endgültig in die Freiheit entlassen wurden. Für etwa 14 Tage bezogen die beiden ein rund acht Quadratmeter großes Gehege. Dort stand ihnen ein Igelhaus als geschützter Schlafplatz zur Verfügung, und sie wurden täglich mit Futter versorgt. Mithilfe einer Wildkamera konnten wir ihre nächtlichen Aktivitäten beobachten. Dabei war es uns besonders wichtig, die Tiere beim Fressen und Trinken zu sehen. Schließlich wollten wir sicher sein, dass sie sich gut eingewöhnten und ausreichend Nahrung aufnahmen.
Nach etwas mehr als zwei Wochen öffneten wir das Gehege. Die Tiere konnten nun selbstständig ihre neue Umgebung erkunden. Noch einige Tage lang stellten wir weiterhin Futter bereit, bevor wir die Versorgung schließlich einstellten. Wochenlang bekamen wir danach keinen Igel mehr zu Gesicht. Das war allerdings nicht ungewöhnlich, denn Igel sind nachtaktiv und tagsüber nur selten zu beobachten. So blieb es zunächst ruhig im Klostergarten – bis Anfang August eine unerwartete Entdeckung für große Überraschung sorgte. Beim Aufräumen von Holz fanden wir ein Nest mit vier jungen Igeln! Nach der ersten Aufregung wurde die kleine Familie an einen geeigneten, geschützten Platz umgesetzt und anschließend dem naturnahen Klostergarten überlassen. Hier gibt es zahlreiche Verstecke, Rückzugsorte und natürliche Lebensräume, die den Tieren gute Voraussetzungen bieten.
Ob die gesamte Igelfamilie noch im Klostergarten lebt oder einzelne Tiere inzwischen in andere Reviere abgewandert sind, wissen wir nicht. Igel sind nämlich recht wanderfreudig. Auf ihren nächtlichen Streifzügen können sie mehrere Kilometer zurücklegen, um Nahrung zu finden. Dabei ernähren sie sich unter anderem von Käfern, Larven und anderen wirbellosen Kleintieren.
Die Begegnung mit dem Igelpaar und die spätere Entdeckung der Jungtiere waren für uns ein schönes Erlebnis. Sie zeigen, wie wertvoll naturnahe Gärten als Lebensraum für heimische Wildtiere sein können. Mit geeigneten Verstecken, ausreichend Nahrung und einem möglichst ungestörten Umfeld können wir dazu beitragen, dass sich Igel bei uns wohlfühlen. Und manchmal hält die Natur sogar eine ganz besondere Überraschung bereit – mitten in unserem Klostergarten.






